Das Fernstudium als persönliche Herausforderung

In einem Land, das weltweit für Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit und Qualität bekannt ist, hat man es als Arbeitnehmer nicht leicht. Ob im Freundeskreis oder der engagierte Kollege am Computer gegenüber – immer mehr Menschen entscheiden sich neben dem Job für ein Fernstudium.
Das Ziel: auf der Karriereleiter weiter nach oben klettern. Mehr Geld. Mehr Status. Mehr Macht.

 

Doch während frisch gebackene Abiturienten in Deutschland während des Studiums nicht selten von langen Partynächten und einem überschaubaren Uni-Alltag sprechen, wird das Fernstudium für Berufstätige zum echten Charaktertest. Langen Arbeitstagen schließen sich Extra-Schichten am heimischen Schreibtisch an. Ohne Selbstdisziplin lässt die Exmatrikulation in vielen Fällen nicht lange auf sich warten. Vor und während ihres Fernstudiums gibt es zahlreiche Aspekte, die Sie beachten sollten. Damit ihr Fernstudium nicht scheitert, sondern nur der nächstes Schritt auf der Karriereleiter ist, haben wir fünf Tipps für Sie.

 

1. Unterschätzen Sie die zusätzliche finanzielle Belastung nicht

 

Neben vielen anderen Faktoren spielt auch die finanzielle Situation bei der Entscheidung, ein Fernstudium neben dem Berufsalltag zu beginnen, eine Rolle. Nicht selten werden pro Semester 500 Euro oder mehr fällig. Deshalb sollte man sich vorher gut überlegen, ob die Extraausgaben keine zu große finanzielle Belastung darstellen oder andere Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Sprechen Sie mit ihrem Vorgesetzten. Oftmals unterstützen Firmen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und übernehmen teilweise oder vollständig die Studiengebühren. Doch auch bei so einem Angebot lohnt sich genaues Hinschauen. Denn mit der Übernahme der Kosten stellen Arbeitgeber Bedingungen. So verpflichten sich viele nach erfolgreichem Abschluss für eine gewisse Zeit in der Firma zu bleiben. Kein Wunder: Immerhin will auch ihr Arbeitgeber von ihren neuen Qualifikationen profitieren.

 

2. Reden Sie mit ihrem Partner über ihre Pläne

 

Bei den Vorüberlegungen sollte auch ihr Partner eine Rolle spielen. Das heißt nicht, dass Sie sich bei Argumenten ihres Partners gegen ein Fernstudium gleich aus dem Konzept bringen lassen. Sollte ihre bessere Hälfte dem Vorhaben eher negativ gegenüber stehen, machen Sie ihm deutlich, warum Sie sich bewusst dafür entschieden haben. Egal ob volle Unterstützung oder Misstrauen seitens ihres Partners – sie sollten ihm klarmachen, dass künftige Couch- und Kinoabende seltener werden. Statt tägliches gemeinsames Kochen und Pärchenabenden übernimmt in den kommenden Jahren ihr heimischer Schreibtisch die Hauptrolle. Denn anders als bei einem Präsenzstudium, bei dem Klausuren nur gegen Ende des Semesters auf dem Plan stehen, müssen Sie im Fernstudium fast monatlich für Prüfungen pauken. Von ihrem Privatleben müssen Sie sich natürlich nicht gänzlich verabschieden, doch Sie sollten sich auf einige Veränderungen vorbereiten.

 

3. Planen, planen, planen!

 

Zeitmanagement, was für ein schreckliches Wort. Für viele Menschen ist der Terminkalender das notwendige Übel. Wie soll man sich sonst all die beruflichen und sozialen Verpflichtungen merken. Sollten Sie demnächst ihr Fernstudium beginnen, wird der kleine lästige Begleiter schnell zum besten Freund. Freunde treffen, zum Training gehen, Überstunden bei der Arbeit, der 60. Geburtstag der Oma und ganz nebenbei noch freie Zeiten für’s Lernen. Ohne richtiges Zeitmanagement werden Sie ganz schnell merken, dass schon bald irgendetwas auf der Strecke bleibt.

 

4. Lernen Sie das Lernen, aber bitte richtig!

 

Es mag komisch klingen, aber gerade wenn Sie ein Fernstudium machen, müssen Sie richtig lernen. Beim Präsenzstudium kommt es nicht selten vor, dass Studenten sich drei Tage vor der Klausur hinsetzen und sich schlichtweg den kompletten Stoff einverleiben. Als berufstätige Person ist das jedoch kaum möglich. Machen Sie sich, sobald Klausurtermine feststehen, eine Lernplan. Setzen Sie sich realistische Ziele und verabschieden Sie sich bei Motivationsproblemen nicht gleich gänzlich vom Schreibtisch. Sollte bei einem Thema schlichtweg der Antrieb fehlen, legen Sie es erst einmal zur Seite und widmen Sie sich einem anderem Thema. Gleiches gilt für den Ort, an dem Sie lernen. Wenn sie den eigenen Schreibtisch einfach nicht mehr sehen können, wechseln Sie den Ort. Lernen Sie in einer Bibliothek oder suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen in ihrem Lieblingspark. Tauschen Sie sich mit ihren Kommilitonen aus und bilden Sie Lerngruppen. Wenn ihre Mitstreiter aus anderen Teilen des Landes kommen, nutzen Sie Online-Plattformen um sich auszutauschen. Abwechslung ist das Stichwort.

 

5. Machen Sie von ihrem Recht auf Bildungsurlaub Gebrauch!

 

Als Fernstudent ist jede freie Minute kostbar. So sollten Sie sich unbedingt erkundigen, inwieweit Sie Anspruch auf Bildungsurlaub besitzen. Ansonsten werden die kostbaren Urlaubstage im Jahr schnell zum Platzhalter für Präsenztage während des Fernstudiums. Bis auf Bayern, Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg kann in allen Bundesländern Bildungsurlaub beantragt werden. Dabei müssen Sie jedoch nachweisen, dass der Urlaub zur beruflichen Weiterbildung genutzt wird.

 

Wenn Sie kurz davor stehen auf Grund der Doppelbelastung ihr Fernstudium abzubrechen, sprechen Sie uns an. Wir finden einen Weg, wie Sie an ihr Ziel kommen.

Ferner bieten wir arbeitssuchenden Menschen, die kostenlose Möglichkeit für ein Bewerbungs- und Berufswahlcoaching.