FairPlay??? Torlinientechnik – für kleine Vereine kaum bezahlbar!

Von vielen gefordert, am Ende jedoch deutlich abgelehnt: die Torlinientechnik. Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) stimmten die Vertreter der 36 deutschen Profivereine Mitte März über den Einsatz der Torlinientechnologie ab. Lediglich neun von 18 Bundesligavereinen und drei Zweitligavereine stimmten für die neue Torlinientechnik. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit blieb aus, das Thema wurde erst einmal zu den Akten gelegt. Spätestens seit Samstagabend sehen sich jene Befürworter in ihrer Meinung bestärkt. Sowohl der FC Bayern München als auch die Dortmunder stimmten für die neue Technologie, viele kleinere Vereine sprachen sich dagegen aus. Nicht ohne Grund, denn immerhin sind mit dem Einsatz der neuen Technik auch zahlreiche Kosten verbunden. Geld, das die beiden Finalteilnehmer vom Samstagabend aus der Portokasse nehmen, andere kleine Vereine jedoch vor große Herausforderungen stellen würde.
So würde beispielsweise das unter anderem bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien angewendete Goal Control-System jeden Verein rund eine halbe Million Euro kosten. Zum Vergleich: Der SC Freiburg hatte in der abgelaufenen Saison einen Lizenzspieleretat von gerade einmal 17,1 Millionen.

 

Die englische Premier League ist bislang die einzige Liga weltweit, die mit dem Hawk Eye ihren Schiedsrichtern technische Unterstützung bietet. Kostenpunkt: ebenfalls 500 000 Euro für jeden Verein. Neben den auf Kameraüberwachung basierenden Systemen hat die FIFA auch die Systeme Cairos und Goalref lizensiert. Bei den beiden letztgenannten Methoden ist ein Chip im Ball integriert. Im Torrahmen wird ein Magnetfeld erzeugt. Überschreitet der Ball die Torlinie, erhält der Schiedsrichter ein Signal auf seiner Armbanduhr.

 

Dennoch wird es nach Expertenmeinungen nicht mehr lange dauern, bis auch die Torlinientechnologie in Deutschland Einzug hält. Strittige Szenen wie am Samstagabend gehören dann der Vergangenheit an, große finanzielle Unterschiede unter den 36 Profivereinen sicher nicht.