Aufkaufen, verkaufen, Geld verdienen

Für alle Flohmarkt-Fans in und um Bayern, aber auch aus
anderen Teilen der Republik war es wieder einmal das Highlight im jährlichen
Trödelkalender: der Riesen-Flohmarkt auf der Theresienwiese am Samstag in
München. Allen bösen Vorwarnungen zum Trotz erwischte Petrus einen guten Tag
und leistete mit Sonne satt seinen Beitrag zum ganz besonderen Trödel-Erlebnis
auf der Wiesn. Mehr als 2000 Verkäufer und mindestens fünf Mal so viele
Besucher sorgten für gute Geschäfte und nette Begegnungen. Second Hand ist in,
Gebrauchtware macht Spaß, vor allem wegen dem Überraschungsfaktor. „Guck mal,
so einen alten Ohrensessel wollte ich schon immer mal haben“, äußerte eine Frau
auf dem Flohmarkt. Gesagt, gekauft. Der Verkäufer freute sich über die 30 Euro,
die Besucherin über ihr neues Lieblingsstück. Wer einen Sinn für alte Dinge
hat, sich von ein wenig Staub nicht gleich die Laune verderben lässt, gerne mit
Menschen feilscht und gerade auf der Suche nach einer neuen beruflichen Ausrichtung
ist, sollte sich einmal Gedanken über das Geschäft mit den Gebrauchtwaren
machen.

Viele Menschen schlagen sich den Nachmittag auf dem
Flohmarkt um die Ohren, um ihren Keller endlich leer zu bekommen, um Dinge für
kleines Geld zu verkaufen, einfach weil sie zu schade zum Wegschmeißen sind. Einen
Umstand, den sich Geschäftstüchtige zu Nutzen machen können. Wenn es ein
Gebiet, egal ob Kleidung oder Antiquitäten, gibt, in dem sie sich auskennen,
könnte das in Zukunft eine sichere Einnahmequelle werden. Mit auskennen ist
dabei allerdings weitaus mehr gemeint, als die Preise zu bestimmten Produkten
bei Ebay und Co. zu wissen. Um die wahren Schätze zu erkennen, für wenig Geld
ein- und für viel Geld zu verkaufen, bedarf es eines großen Wissensschatzes im
gewählten Gebiet.

Wer einen Artikel auf dem Flohmarkt entdeckt, dem stellen
sich einige Fragen:

Ist das ein Original oder doch nur eine billige Fälschung?


Sind die Abnutzungserscheinungen so enorm, dass sich der Artikel vielleicht
überhaupt nicht mehr zu Geld machen lässt? Vor allem für Neulinge ist die
Verlockung groß, möglichst viele Sachen aufzukaufen, in der Hoffnung im
Anschluss viel Profit herauszuschlagen. Doch Vorsicht: Sie müssen die
Flohmarkthändler finden, bei dem Sie wirklich ein Schnäppchen machen können.
Viele Verkäufer informieren sich mittlerweile bereits im Vorfeld bei den großen
Online-Auktionshäusern nach dem Wert ihrer Ware.

Ebenso Geld verdienen, lässt sich andersherum:

Dinge online günstig einkaufen und auf dem Flohmarkt an Liebhaber gewinnbringend wieder
verkaufen.

Das lohnt sich vor allem bei größeren Dingen, die bei Ebay und Co.
nur per Selbstabholung angeboten werden. Klar, der antike Beistelltisch hat
seinen Charme, aber wer aus München hat schon Lust bis nach Hannover zu fahren,
um dieses Schmuckstück abzuholen? Niemand. Wenn Sie allerdings in der Umgebung
wohnen und der kleine Tisch locker in ihr Auto passt, sollten Sie überlegen,
was Sie für diesen Tisch auf dem Flohmarkt verlangen würden. Nicht selten,
gehen kleine Möbelstücke in Online-Auktionshäusern für nur einen Euro weg. Eine
kleine Investition und ein noch kleineres Risiko, das sich spätestens dann
auszahlt, wenn der Käufer auf dem Flohmarkt Ihnen 25 Euro für den Tisch zahlt.

Ohne Frage: Dieses Geschäftsmodell eignet sich nicht für
Jedermann. Der wöchentliche Flohmarktbesuch, egal ob als Verkäufer oder
Besucher, kostet viel Zeit. Das Aufkaufen und Abholen der Ware ist manchmal
ebenso nervig. Wer allerdings eh des Öfteren am Wochenende auf Trödelmärkten unterwegs
ist und eine Passion für ein bestimmtes Gebiet besitzt, dem ergeben sich viele
Möglichkeiten. Wer das professionell betreibt, kommt allerdings nicht darum
herum, einen Gewerbeschein zu beantragen.